Maßregelvollzug

Maßregeln werden im Strafvollzug (Sicherungsverwahrung) oder in einer forensisch-psychiatrischen Einrichtung vollzogen.
Im Fall von psychisch oder suchtkranken Straftätern hat der Gesetzgeber zwei Möglichkeiten vorgesehen:

  • Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus
    • Die Voraussetzungne sind eine verminderte oder vollständige Schuldunfähigkeit (§§ 20 / 21 StGB), ein Zusammenhang zwischen Straftat und der abnormen psychischen Verfassung sowie der Gefahr weiterer Symptomstraftaten. Bei den normabweichenen psychischen Eingangskriterien unterscheidet man krankhafte seelische Störungen (damit sind vorwiegend Psychosen oder psychiatrische Erkrankungen im engeren Sinn gemeint), tiefgreifenden Bewusstseinsstörung (hier werden die sog. Affekttaten und andere Formen des fehlenden Bewusstseinszuganges), Schwachsinns (intelligenzgeminderte Täter) oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit (z.B. Perversionen, schwere Persönlichkeitsstörungen u.a.) zum Tatzeitpunkt.
  • Unterbringung in einer Entziehungsanstalt
    • Hier können Täter, die eine substanzbezogene Suchterkrankung aufweisen ("Hang zum Übermaßkonsum"), die eine Straftat bedingte, bei denen eine ähnliche Tatkonstallation droht und bei denen eine Behandlung eine hinreichend konkrete Aussicht auf Erfolg aufweist, berücksichtigt werden.